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Einige Worte zur Einweihung der RheinRuhe von Eleonora Heine-Jundi
Wir Wanderer zwischen zwei Welten sind im Leben wie im Tode gut aufgehoben in einem Wald, in dem die größten Pflanzen – unsere Bäume – eine Kathedrale bilden, einen Raum des Friedens und der Ruhe.
Mit trefflichen, ernst-heiteren Worten sagte Erich Kästner:
„Die Seele wird vom Pflastertreten krumm.
Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden
und tauscht bei ihnen seine Seele um.
Die Wälder schweigen, doch sie sind nicht stumm,
und wer auch kommen mag, sie trösten jeden.“
Ja – auch dieser Wald wird trösten – besonders die Hinterbliebenen ... während die Seelen der Verstorbenen in den lichten Höhen schweben.
Was uns bleibt, ist vielleicht ein heiteres Sinnen über die erhabenen, göttlichen Ideen, die uns und die ganze herrliche Schöpfung vereinen, nämlich: Das Wasser des Lebens, und die Vergänglichkeit allen Lebens. Eine Vergänglichkeit, die im göttlichen Ursprung allen Seins immer wieder zur Gegenwart wird – das Alpha und Omega, so wie die Griechen den ewigen Kreislauf verstanden haben, und viele Kulturvölker vor ihnen. In ihren religiösen Vorstellungen hatte der Baum immer seinen Platz. Im alten persischen Kulturraum entstand die Darstellung einer symbolischen Welten-Achse als Baum, der aus dem Meer, dem Wasser emporwuchs und die Gestirne – die Ewigkeit – berührte.
In den Weiten Afrikas gibt es hier und da den Brauch, einen Verstorbenen für die ersten drei Tage und Nächte in die Krone eines Baumes zu legen, damit der Tote dem Himmel nahe ist und den Kuss der Ewigkeit empfangen kann.
Auch für die Christen ist der Baum seit jeher ein Vermittler zwischen Himmel und Erde. Seine Wurzelkrone ist der Welt, seine Laubkrone dem Licht zugewandt. Auch sie pflanzten, wie zum Beispiel zuvor die Kelten und Germanen, Bäume auf die Gräber. Die alten Bäume auf den Friedhöfen sind Relikte dieses Brauchtums.
Nun stehen wir hier in einem Wald inmitten von Bäumen, die mit ihrer geheimnisvollen Kraft sich langsam mit dem Himmel vermählen. Eine Hoch-Zeit göttlicher Weisheit, zu der wir eingeladen sind, wenn uns das Ruder aus der Hand genommen wurde.
Ich glaube, Herr Bürgermeister Weidenbach, ich darf mich hier im Namen aller bedanken, dass Sie die RheinRuhe erwirkt haben und die Bürger somit den Ort der letzten Ruhe wählen können – sei es der Friedhof oder der Friedwald.
Denken wir daran: „Mit Bäumen kann man wie mit Brüdern reden.“
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